Alanya

Festung von Alanya
Festung von Alanya

Ein annähernd genauso beliebtes Urlaubsziel wie Antalya ist Alanya, und das mittlerweile nicht mehr nur für die Deutschen. Wer auf der Suche nach einem schönen Strandurlaub ist, dem ist Alanya mit seinen langen Sandstränden, seinem schönen Hafen, dem städtischen Flair sowie guten Einkaufsmöglichkeiten und einem aufregenden Nachtleben wärmstens zu empfehlen.

Geographie

Alanya liegt etwa 130 km südöstlich der Provinzhauptstadt und des Flughafens Antalya. Die bekannte Hafenstadt erstreckt sich über zwei Buchten und befindet sich am südlichsten Ende der sogenannten Türkischen Riviera mit ihren endlosen Sandstränden. Mit einer Fläche von knapp 1.600 km² liegt die Stadt sieben Meter über dem Meer. Durch das im Hinterland liegende Taurusgebirge ist Alanya sowohl für einen Badeurlaub als auch für Wandertouren bestens geeignet.

Klima

In Alanya herrscht ein typisches Mittelmeerklima, mit heißen Sommern und milden, aber nassen Wintern. Die beste Zeit um in Alanya Urlaub zu machen, sind daher die Monate Mai/Juni und September/Oktober. Auch wenn es nachts merklich abkühlt, hat es in diesen Monaten tagsüber angenehme 25-30°C. Der erste Regen fällt meist Ende August. Zu heftigen Gewittern kann es im Oktober und November kommen, allerdings ohne tagelangen Dauerregen. Wie an Meeresküsten üblich, kann das Wetter allerdings schnell von einem Extrem ins andere umschlagen. Teilweise kann man sogar von Dezember bis Anfang März Temperaturen um die 20 °C genießen.

Geschichte

Alanya, das aus dem antiken Korakesion hervorging, gab es wohl schon seit Mitte des 2. Jh. v. Chr.. Laut frühester Berichte wurde die Stadt damals allerdings von Piraten beherrscht, deren Ziel es war die Küstenstädte und Handelsschiffe zu plündern. Dem wilden Treiben wurde 67 v. Chr. durch den römischen Feldherrn Pompeius in der berühmten Schlacht vor Korakesion ein Ende gesetzt. Zwei Jahrzehnte später schenkte Mark Anton die Stadt inklusive Umgebung seiner heiß geliebten Kleopatra, die die Stadt zu ihrem Nutzen ausbeutete, indem sie beispielsweise die Wälder abholzen ließ um ihre Flotte wiederaufzubauen.

In der byzantinischen Zeit (395-642) sowie unter der darauffolgenden armenischen Herrschaft hieß die Stadt Kalonoros („Schöner Berg“). Der Seldschukensultan Alaeddin Keykubat ((1200-1237) war so begeistert von dieser Stadt, dass er sie unbedingt erobern wollte. Militärisch scheiterte dies zwar, er schaffte es aber sie auf diplomatischem Wege durch ein Tauschgeschäft für sich zu gewinnen. Als neuer Herrscher residierte er in Konya und nannte die Stadt fortan Alaiye. Außerdem machte er sie zu seinem Sommersitz und zum Kriegshafen. Dies führte zu einem erheblichen Aufschwung für die Stadt. Aus dieser Zeit stammen auch die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten, die heute noch erhalten sind.

Nach dem Ende der seldschukischen Herrschaft geriet Alanya vorläufig in Vergessenheit. Erst mit dem einsetzenden Tourismus in der zweiten Hälfte des 20. Jh. erlangte Alanya wieder Aufmerksamkeit und hat sich als populärer Urlaubsort etabliert.

 

Highlights

Auf einem vorspringenden Burgfelsen thront hoch über dem Meer die imposante seldschukische Festung von Alanya - Alanya Kalesi, das Wahrzeichen der Stadt. Sie ist eine der widerstandsfähigsten und am besten erhaltensten Festungen in ganz Anatolien. Die Burg besteht aus drei Mauerringen mit 140 Türmen und einer 6500 Meter langen Mauer. Die Mauer ist noch sehr gut erhalten. Dank ihrer hervorragenden Lage ist sie weder vom Land noch von der See her leicht zugänglich und wurde seit der Antike immer weiter ausgebaut. Man kann die Festung in Hinblick auf die die Stadt umgebenden Wälle in drei Teile gliedern: Von der mittleren Festung aus (Orta Kale) kann man die Aksebe Moschee, das Mausoleum, das öffentliche Bad, den Ehmedek Baukomplex, die Süleymaniye Moschee, den Bedesten (Marktplatz), die Herberge und die byzantinische Kapelle sehen. Der innerste, höchstgelegene Teil der Festung nennt sich Iç Kale. Von hier aus hat man eine großartige Aussicht. Zu diesem Teil der Burg gelangt man durch einen Torbau am Ende der Straße. Er ist von hohen Wällen zu Verteidigungszwecken umgeben, die den Sultanspalast, eine Baracke, Schulen und eine aus dem 11. Jahrhundert stammende Kirche umgeben. Dahinter liegen einige Ruinen – eine byzantinische Kirche, einige Zisternen und die Kasematten (ein vor Artilleriebeschuss geschütztes unterirdisches Gewölbe) - die durch Holzstege miteinander verbunden sind.

Zur äußeren Festung (Dis Kale) gehören Gebäude wie die Werft und der Rote Turm, der den Schlüsselpunkt der Festung bildet. Der Kizil Kule (Roter Turm) ist ein mächtiger, achteckiger Turm mit dunkelroten Ziegeln. Der 33 m hohe, fünfstöckige Turm steht am Hafen und wurde 1225 erbaut um eben diesen sowie die nahe gelegene Werft zu schützen. Bei einem Angriff wurde von den Zinnen aus Pech und kochend heißes Wasser auf die Feinde gekippt. In Zeiten des Friedens diente er unter anderem als Zisterne und Lager. Er wurde Anfang der 1950er Jahren renoviert, was auch sein gut erhaltenes Erscheinungsbild erklärt. Heute wird der Turm als ethnographisches Museum genutzt. Vom Dach aus hat man einen fantastischen Rundblick über die Stadt.


Die über 50 m lange Tershane (Werft) befindet sich unweit des Roten Turms in südlicher Richtung. Sie ist die einzige seldschukische Werft, die bis heute erhalten geblieben ist. Vom Meer aus kann man ihre fünf spitzbogigen Schiffseinfahrten erkennen. Die Galerien zum Bau und Warten der Schiffe sind bis zu 42 m tief in Fels gehauen, was sie zum sichersten Flottenstützpunkt der Südküste machte.

Auch in Alanya darf natürlich das obligatorische Atatürk-Museum nicht fehlen. In besagtem Herrenhaus hielt sich Atatürk am 18. Februar 1935 auf. Im ersten Stock sind persönliche Gegenstände ausgestellt. Im zweiten Stock stehen noch original Möbel, die einen Einblick in das Leben der osmanischen Oberschicht des 19. Jh. geben.

Auf der westlichen Seite der Halbinsel, am Fuße der Festung, befindet sich die Damlatas-Tropfsteinhöhle (Damlatas Magarasi), deren Stalagtiten und Stalagmiten ca. 15.000 Jahre alt sind. Die Höhle wurde 1948 zufällig entdeckt als ein Steinbruch errichtet wurde. Sie ist rund 200 m² groß und ca. 30 Meter lang. Am Eingang der Höhle befindet sich ein ca. 50 m langer Durchgang, der in einen zylinderförmigen Raum führt. Die farbenprächtigen Tropfsteinsäulen - die durch das über Jahrtausende durch alkalische Erdschichten sickernde Regenwasser entstanden sind - sind bis zu 15 m hoch. Der Name Damlatas (damla=Tropfen) wurde der Höhle gegeben, weil bis heute Wassertropfen von den Stalaktiten tropfen. Das besondere an der Höhle ist, dass sie eine heilende Wirkung bei Erkrankungen der Atemwege, vor allem bei Asthma haben soll. Diese Eigenschaft lässt sich auf das spezielle Klima zurückführen: Eine Luftfeuchtigkeit von 95%, eine konstante Temperatur von 22°C und ein beständiger Druck von 760 mm. Die Luft der Höhle enthält 8 – 10mal mehr Kohlendioxyd als normale Luft. Die Luft der Höhle bleibt immer gleich. Es werden sogar Kuren verschrieben, bei denen die Betroffenen 21 Tage lang je vier Stunden in der Höhle verbringen. Einheimische aus allen Teilen der Türkei kommen deshalb hierher. Zu bestimmten Zeiten ist die Höhle extra für die Kurgäste reserviert. Menschen mit Herzproblemen sollten die Höhle allerdings lieber meiden, da es in diesem Fall aufgrund des starken Luftdrucks zu Atembeschwerden kommen könnte.

Kleopatra Strand

Westlich der Stadt liegt der Kleopatra-Strand, der für seine gute Wasserqualität sogar mit der Blauen Flagge ausgezeichnet wurde. In der kleinen Bucht unterhalb der Steilwand des Burgbergs soll schon die ägyptische Königin Kleopatra gebadet haben. Von hier aus hat man auch einen herrlichen Blick auf die Festung. Außerdem wird sowohl für Sportbegeisterte als auch für Sonnenanbeter einiges geboten. Dieser Strand gilt als der schönste Strand Alanyas. Der Sand ist hier wesentlich feiner und es ist weniger felsig, dafür wird das Wasser schneller tief als an der östlichen Strandseite.

 

Wissenswertes

  • Bereits im Jahre 1965 buchten die ersten deutschen Pauschalurlauber Alanya als Urlaubsziel. Seitdem dehnt sich die Stadt, die ursprünglich nur auf einem Burghügel angelegt war, schnell immer weiter aus
  • In Alanya gedeihen während des ganzen Jahres Obst und Gemüse. Daher bildet die Stadt den Mittelpunkt des umliegenden Obstanbaugebietes. Aufgrund der geschützten Lage gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Obst und Gemüse: Zitronen, Orangen, Bananen, Melonen, Erdbeeren, Aprikosen, Pfirsiche, Feigen und das ganze Jahr über Tomaten, Zucchini und Auberginen. Entsprechend kann man sich vorstellen welch Trubel im Sommer auf den Wochenmärkten los ist, wenn dieser angesichts der enormen Auswahl Obst- und Gemüse aus allen Nähten zu platzen droht
  • Noch heute spiegelt die Festung die verschiedenen Architekturstile der Römer, Byzantiner und Seldschuken deutlich wider. Hier befindet sich unter anderem eine aus dem 6. Jh. stammende byzantinische Kirche und eine Treppe aus roten Ziegelsteinen, auf der Kleopatra angeblich zum Meer hinabgestiegen ist
  • Im Stadtgebiet Alanyas findet man fast überall deutsche Beschilderungen und deutsch sprechende Türken. Außerdem leben in Alanya die meisten deutschen Aussiedler in der Türkei. Dabei handelt es sich meist um Pensionäre, die den warmen Süden als Domizil bevorzugen. Es gibt aber auch viele europäische Frauen, die einen Türken geheiratet haben und folglich in der Türkei wohnen. In der Regel fallen diese Frauen im Alltag wenig auf, da sie normalerweise gut integriert sind und die Landessprache sprechen
  • Im Basar-Viertel, am Hafen östlich vom Burgberg, reihen sich an der Hafenpromenade die Open-Air-Bars und Restaurants aneinander
  • Die Seidenmanufaktur hatte seit dem 16. Jh. eine große Bedeutung, da sie den Rohstoff für die Kleidung des Sultans und seines Hofstaats lieferte
  • Alanyas Küste ist von Grotten umgeben, die alle per Boot erreicht werden können: die Piratenhöhle – hier sollen früher Seeräuber ihre Beute versteckt haben -, die Liebesgrotte oder Höhle der Verliebten – hier sollen sich einst Liebende heimlich getroffen haben -  und die Phosphorhöhle, die mit fluoreszierenden Lichteffekten Kieselsteine am Meeresboden erstrahlen und das Wasser grün glitzern lässt
  • Die Häuser und Hotels sind abgesehen von ein paar alten Villen nicht sonderlich spektakulär. Sie haben hauptsächlich weiße Fassaden. Am Hang über dem Hafen liegen die alt-türkischen, schindelgedeckten Holzhäuser der Altstadt, von denen meist nur noch verlassene Ruinen zurückgeblieben sind
  • An den Hängen des Burgbergs (die Alt-bzw. Oberstadt) befinden sich osmanische Häuser. Unterhalb davon liegt ein Hafen für Ausflugsboote und Jachten, an den sich Alanyas Flanier- und Partymeile anschließt und daran wiederrum das lebhafte Zentrum Alanyas mit etlichen Juwelier- und Ledergeschäften, Ständen mit imitierter Markenware, Teppichläden und vielem mehr
  • Alanya wird auch die "Perle der Türkischen Riviera" genannt. Bekannt und beliebt wurde die Stadt aufgrund ihrer kilometerlangen, feinsandigen und sauberen Strände, dem klaren Meerwasser und dem milden Mittelmeerklima

Fazit

Alanya ist ideal für Urlauber, die die traditionelle Türkei erleben möchten, aber trotzdem nicht auf eine gut ausgebaute Infrastruktur verzichten wollen. Da die Küstenstädte gut erschlossen sind, ist dies hier ohne weiteres möglich. Zahlreiche Ferienanlagen, Strände, Parks, Teegärten und Restaurants, Souvenirshops, buntes Basartreiben und vieles mehr bieten alle Annehmlichkeiten des modernen Tourismus und führen auch dazu, dass Alanya bei den Einheimischen sowie den europäischen Urlaubern als beliebtester Ferienort an der Türkischen Riviera gilt.

Wellnessurlaub

Etwas Gutes für Körper, Seele und Geist tun! Mit einem speziellen Verwöhnprogramm kann man im Türkeiurlaub Entspannung pur erleben. Im Hammam relaxen und eine türkische Massage genießen.

mehr über Wellness

Geschichte der Türkei

Die Geschichte der Türkei ist lang und geprägt von vielen Einflüssen aus verschiedenen Epochen und Kulturen. Viele Mythen und Legenden umgeben dieses facettenreiche Land.

mehr darüber lesen

Aktivurlaub

Die von der Natur geschaffenen landschaftlichen Begebenheiten machen eine Reise in die Türkei für Aktivsportler so reizvoll. Ein vielfältiges Sportangebot lässt keine Wünsche offen.

mehr über Aktivurlaub

Städte der Türkei

Die Städte der Türkei sind facettenreich und bieten ein nahezu unerschöpfliches Angebot an Kultur, Sport, Geschichte und Unterhaltung sowie jede Menge interessanter Ausflugsziele.

Übersicht der Städte
Türkiye.de - Steig ein und entdecke die Türkei, wie du sie noch nie zuvor erlebt hast. Neben Pauschalreisen und Hotelurlaub erwarten Dich in der Türkei eine einzigartige Kultur, besondere Sehenswürdigkeiten und eine Vielzahl an Reisemöglichkeiten. Typisch Türkei eben.