Fethiye

Fethiye wird von allen, die schon einmal dort waren, als absolutes Urlaubsparadies beschrieben und weiterempfohlen. Wer einfach einmal entspannen möchte und das auch noch in schöner Umgebung, für den ist Fethiye also ein ideales Reiseziel. Es gibt viele gute Möglichkeiten für Ausflüge und auch das Wassersportangebot ist sehr vielfältig. Im Schlamm baden, viele bunte - darunter auch seltene - Schmetterlinge beobachten und darüber hinaus die Gesichter der Geschichte erkunden – in Fethiye ist all das und mehr möglich.

Geographie

Fethiye liegt an der türkischen Mittelmeerküste im Südwesten der Türkei und wird vom Golf von Fethiye, der weiten gleichnamigen Bucht, und Ausläufern des Taurus-Gebirges eingeschlossen. Die Hafenstadt befindet sich etwa zwischen Marmaris und Antalya in einer  hügelreichen Pinienwaldlandschaft.

Klima

In Fethiye herrscht ein typisch mediterranes Klima mit einem trockenen, heißen Sommer mit im Durchschnitt 30 °C und einem milden, regnerischen Winter mit durchschnittlich 20 °C. Das Wasser ist auch im Winter nicht kälter als 16 °C.

Geschichte

Das heutige Fethiye befindet sich auf dem Grund des antiken Telmessos, das erstmals im 5. Jh. V. Chr. erwähnt wurde. Im 4. Jh. v. Chr. geriet die Stadt unter lykische Herrschaft, danach wurde sie für das Weltreich Alexanders des Großen eingenommen. Nach dessen Tod geriet sie in den Machtbereich der Ptolemäer. Ruhm erlangte die Stadt damals durch seine Seherschule. Viele Herrscher ersuchten hier Rat, unter anderem auch König Krösus.

190 v. Chr. wurde Telmessos Teil des Königreiches Pergamon; 57 Jahre später fiel die Stadt an Rom. Doch für die Römer war die Stadt von geringem Interesse.

Im 6. und 7. Jh. wurde die Stadt durch die Raubzüge der Araber verwüstet und führte in der osmanischen Zeit ein Schattendasein. Ab dem Mittelalter hieß die Stadt Makri, später Megri. Im 15. Jh. errichtete der Johanniterorden von Rhódos eine Burg als Stützpunkt, die später auch die Genuesen nutzten.

1922 musste die überwiegend griechische Bevölkerung auswandern. 1934 wurde Megri in Fethiye umbenannt – zu Ehren des türkischen Kampfpiloten Fethi Bey, der nahe Damaskus abgestürzt war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Fethiye einen industriellen Aufschwung. Grund dafür war die Verschiffung des im Hinterland abgebauten Chromerzes. Doch 1957 zerstörte ein verheerendes Erdbeben viele historische Bauten, unter anderem den Apollon-Tempel und die Wohnviertel, sowie die Stadt an sich fast vollständig. Erstaunlicherweise blieben aber einige sehenswerte lykische Gräber unversehrt. Die Stadt wurde daraufhin eher in zweckdienlichem Stil wieder aufgebaut. Deshalb sieht die geschichtsträchtige Stadt auch so neu aus.

Heute

Fethiyes heutiges Aufblühen lässt sich - wie bei anderen türkischen Küstenorten auch – auf den wachsenden Tourismus zurückführen. Aufgrund dessen steigt die Einwohnerzahl im Sommer um etwa das Dreifache an. Mittlerweile sollen auch ca. 5.000 Ausländer in und rund um Fethiye leben.

Das moderne Fethiye hat sich inzwischen zum ansehnlichen Städtchen gemausert: von der Promenade aus, die am Wasser entlang führt, kann man gut das eifrige Hafentreiben mit seinen Fischerbooten, Ausflugsyachten und den türkischen Handwerkern, denen man teilweise bei ihren Tätigkeiten zuschauen kann, beobachten. Im Basarviertel kann man nach Belieben shoppen und in einem der vielen Restaurants essen gehen.      

Der Tourismus konzentriert sich hauptsächlich auf den Hafen, der heute als Yachtmarina dient, die Traumbucht Ölü Deniz und Çalis. Deshalb konnte Fethiye auch ihr Kleinstadtflair mit viel türkischem Alltagsleben beibehalten. Am Abend erwachen die Altstadtgassen vor dem Hafen zum Leben, wenn die Restaurants sich langsam füllen und an der Seepromenade entlang spaziert wird.

Lykische Felsengräber

Highlights

Lykische Felsengräber im Osten über der Stadt sind die größte Attraktion Fethiyes und auf jeden Fall einen Besuch wert. Sie befinden sich direkt oberhalb des Ortes in einer steilen Felsenwand. Ein anschauliches Beispiel hierfür ist das Amyntas-Grabmal mit ionischer Tempelfassade, das durch eine Inschrift aus dem vierten Jh. v. Chr. identifiziert werden konnte. Es wurde 350 v. Chr. aus dem Fels gehauen. Im Sommer beim Sonnenuntergang ist es hier am schönsten, aber auch am überfülltesten. Und wer nach oben will, muss eine steile Treppe hochklettern, was an einem heißen Tag ziemlich beschwerlich sein kann. 500 m weiter östlich sind noch andere, kleinere Gräber. Wer durch die Stadt bummelt, wird überall merkwürdige lykische Sarkophage aus Stein entdecken – Überreste des antiken Telmessos. Sie stammen aus der Zeit um 450 v. Chr. Einige stehen mitten auf der Straße, andere in Privatgärten – die Stadt wurde einfach außenherum gebaut. Sie stehen auf Sockeln und sind mit Reliefs geschmückt. Einst beherbergten sie verstorbene Lykier der Oberschicht, jedoch wurden alle schon vor Jahrhunderten von Grabräubern geplündert. Die Firste ihrer spitzbogigen Dächer erinnern an gekenterte Schiffe. Daher nennt man sie auch Schiffskielsarkophage. Der schönste Sarkophag befindet sich neben dem Landratsamt.

Das Fethiye-Museum zeigt neben einer kleinen ethnographischen Sammlung bedeutende archäologische Funde aus verschiedenen antiken Stätten der Region, unter anderem aus Kaunos und Xanthos. Es gibt beispielsweise kleine Statuen, Büsten und Stelen (griech. „Grabstein, Grabsäule“;  bezeichnet seit der griechischen Antike primär einen hohen, freistehenden Pfeiler), unter anderem auch die dreisprachige Stele (lykisch-griechisch-aramäisch), die sehr hilfreich war, um die lykische Sprache zu entschlüsseln. Außerdem Keramik, Glas, Metallobjekte, Amphoren, Münzen und vieles mehr.

Ein Besuch in Saklikent („versteckter Platz“), am Fuße des lykischen Taurus, garantiert ein beeindruckendes Naturerlebnis -  eine 18 km lange Schlucht, den der Esen-Fluss in die Berge ca.40 km südöstlich von Fethiye in die Felsen gegraben hat. Man läuft über schmale Holzstege, die über dem Fluss angebracht sind, an den bis zu 300 m hohen Felswänden entlang in die Schlucht hinein. Da die Schlucht extrem steil und schmal ist und deshalb die Sonne nicht hineinscheinen kann, ist das Wasser auch im Sommer eiskalt. Es können Forellen gekauft und gegessen werden. Man kann auch durch den Fluss waten, sollte sich dabei aber gut festhalten. Wenn man weiter in die Schlucht hineingeht, wechseln sich Schlamm und Wasser ab. Es ist also empfehlenswert festes Schuhwerk zu tragen. Der Schlamm gilt als heilsam. Saklikent bietet also, vor allem bei heißem Wetter, eine willkommene kühle Erfrischung. Der Wasserspiegel ist dann zwar sehr niedrig, das hat allerdings den Vorteil, dass man weiter in die Schlucht wandern kann. Es kann nicht schaden für die Kamera einen wasserdichten Beutel dabei zu haben. Da es viele Ausflugstouren mit Touristengruppen gibt, ist in Saklikent einiges los. Es gibt einige Restaurants und Verkaufsstände. Außerdem werden Rafting bzw. Boots- und Kanutouren auf dem Esen-Fluss angeboten.

Ölüdeniz bedeutet „Totes Meer“ und liegt ca. 20 km südöstlich von Fethiye. Der Name kommt daher, dass es hier praktisch windstill ist und es keine Wellen gibt, denn ansonsten geht es hier durchaus lebendig zu. Die geschützte Strandlagune – sie wird oft auch als Blaue Lagune bezeichnet - ist vom offenen Meer abgetrennt. Wer von den pinienbedeckten Hügeln hinunter läuft, hat ein wunderschönes Bild vor Augen: im Vordergrund eine lange Landzunge mit Sandstrand und dahinter das offene Meer. Inzwischen ist das vermeintliche Paradies allerdings durch Hotels ziemlich verbaut und im Sommer ist hier mit einem regen Tourismus zu rechnen. Die Lagune ist - vor allem in Reisemagazinen - ein äußerst beliebtes Fotomotiv. Ölüdeniz ist perfekt geeignet zum Schwimmen, sich bei verschiedenen Wassersportarten auszutoben oder einfach nur die Sonne zu genießen. Wer Südseefeeling haben möchte, bekommt es hier ohne Frage dank der endlos langen Sandstränden, den angrenzenden Pinienwäldern und dem türkisblauen Wasser - muss dieses Erlebnis allerdings mit einer Menge anderer Leute teilen. Da der Strand zum Naturpark erklärt wurde, ist er kostenpflichtig.

Abwechslung zum quirligen Strandleben bietet ein Ausflug nach Kayaköy, das zwischen Ölüdeniz und Fethiye in einem Tal etwas abseits der Hauptstraße liegt. Einst die alte griechische Siedlung Livissi, ist Kayaköy heute eine Geisterstadt und steht unter Denkmalschutz, um den Ort vor unkontrollierter Erschließung zu schützen. Nach dem türkischen Befreiungskrieg 1922 wurden die hier lebenden Griechen auf den Peleponnes umgesiedelt. Der Ort wurde verlassen und verwandelte sich in eine Geisterstadt, die durch das verheerende Erdbeben von 1957 ihr endgültiges Ende fand. Ca. 3.000 Hausruinen sind erhalten, darunter zwei griechisch-orthodoxe Kirchenruinen, die die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Geisterstadt darstellen – die Kataponagia im unteren Teil der Stadt und die Taxiarchis weiter hangaufwärts. In beiden sind noch Teile der gemalten Verzierungen und schwarz-weiße Kieselmosaikfußböden erhalten. In der Dorfmitte steht ein Quellbrunnen aus dem 17. Jahrhundert. Kayaköy wurde von der UNESCO als World Friendship and Peace Village deklariert. Die Übererste der Häuser verfallen immer weiter, trotzdem ist Kayaköy heute eine Touristenattraktion und kostenpflichtiges Museumsgebiet.

Das Schmetterlingstal (Kelebekler Vadisi), auch „butterfly valley“ genannt, ist nicht weit von Ölüdeniz entfernt und hat einiges zu bieten. Die Schlucht kann mit dem Boot erreicht werden. Es gibt auch die Möglichkeit zu Fuß den steilen, steinigen Hang hinunterklettern. Abgesehen von zahlreichen verschiedenen Schmetterlingsarten in allen möglichen Farben, unter anderem der einzigartige „Russische Bär“, gibt es einen 60 m hohen Wasserfall, einen Strand und ein paar schöne Wanderwege - genau die richtige Umgebung um einen erholsamen Tag zu verbringen. Dieses wahrhaftige Naturparadies ist von einer mit Pinienwäldern bewachsenen 800 m hohen Bergkette umgeben. Biologen haben hier die Existenz von 20 Pflanzen, die nur in diesem Gebiet vorkommen, nachgewiesen. Auch die Schmetterlingsart „Jessy Tiger“ kommt außer an diesem Ort nur noch in Rhodos und Kabak vor. Außerdem ist im gesamten Tal der Bau von festen Häusern aus Beton verboten. Da das Schmetterlingstal mittlerweile, aufgrund von Protesten von Umweltschützern und namhaften Wissenschaftlern aus der gesamten Türkei, unter Naturschutz steht, konnte die Zerstörung der natürlichen Ressourcen des Tales verhindert werden. Die beste Zeit um die vielen schönen Schmetterlinge zu bewundern ist von Juni bis September.

Hinter dem Hafen, im Südwesten der Stadt, liegen die ausgegrabenen Überreste eines hellenistischen Theaters. Das Theater nahe der Touristeninformation wurde in den 1990er Jahren restauriert. Einst verfügte das hellinistische Theater über 28 Sitzreihen und fasste 6000 Zuschauer. Sehenswert sind diverse reich verzierte Architekturfragmente. Noch heute finden im Theater im Sommer gelegentlich Aufführungen statt.

Patara ist nicht nur einer der schönsten Strände der Türkei, weil kilometerlang und nicht zugebaut, sondern auch eine antike Ruinenstadt in den Dünen hinter dem Strand, einst einer der Haupthäfen Lykiens. Außerdem bezeichnet Patara auch die weit gestreute Siedlung aus Pensionen und kleinen Hotels hinter dem Strand, die offiziell Gelemis heißt. Der Strand von Patara ist über 16 km lang und bis zu 400 m breit und ist eine herrliche Ruheoase – das beruhigende Rauschen der Brandung und das kristallklare Wasser machen das Baden zu einem wahren Vergnügen. Es herrscht ein Bauverbot, damit die Meeresschildkröten ungestört ihre Eier am Strand ablegen können und die Dünenlandschaft dahinter Schutzgebiet seltener Vögel ist. Damit die Schildkröten hier ungestört verkehren können, darf der Strand nur tagsüber und in Wassernähe besucht werden. Daher spielt sich der „echte“ Tourismus hinter dem Strand in Gelemis ab. Die Straße zum Strand führt vorbei an den Ruinen des antiken Patara, einer einst bedeutenden Hafenstadt, die in der römischen Kaiserzeit zum Sitz des Statthalters von Lykien und Pamphylien aufstieg. Patara besaß sehr früh eine christliche Gemeinde, die von Apostel Paulus persönlich missioniert wurde. Um 290 erblickte hier der berühmte Weihnachtsmann, der Nikolaus, das Licht der Welt. Das Theater von Patara wird als eines der schönsten ganz Lykiens bezeichnet, und der einstige Leuchtturm der Stadt, der 2004 ausgegraben wurde, zählt zu den ältesten der Welt.

Wissenswertes

  • Fethiye selbst hat keinen Strand: die nächste Möglichkeit zum Baden ist in Çalis (4 km westlich). Ein gulet (hölzernes, zweimastiges Segelboot) bringt einen sonst zu einer der vielen Buchten im Golf von Fethiye. Besonders beliebt ist der Strand auf der Halbinsel von Ölüdeniz, etwa 25 km von Fethiye entfernt. Entsprechend frequentiert ist dieser dann natürlich in der Hauptsaison
  • Das Städtchen Fethiye ist seit dem Mittelalter der bedeutendste Hafenort zwischen Izmir uns Antalya
  • Der Flottenbefehlshaber Alexanders des Großen, Nearchos, ließ sich von der Geschichte des Trojanischen Pferdes inspirieren und wandte bei der Eroberung von Telmessos einen ähnlichen Trick an. Er bat den Herrscher von Telmessos, Antipadrides, um die Erlaubnis, mit einem seiner Schiffen in den Hafen einlaufen zu dürfen unter dem Vorwand er wolle gefangene Sklaven und Musikanten in die Stadt zurückkehren lassen. Antipadrides prüfte nur flüchtig die Besatzung und willigte ein. Die Krieger Alexanders verkleideten und konnten so unbehindert ins Zentrum der Stadt rudern. Auf der Akropolis zückten sie dann kaltblütig ihre Dolche und Schilde, die sie in verschiedenen Behältnissen versteckt hatten und erzwangen so die Kapitulation der überraschten Telmesser

Fazit

Fethiye ist ein beliebter Touristenort, der aber seinen ländlichen Charme beibehalten hat und trotz der touristischen Vermarktung immer noch ursprüngliche Gewerbe wie Handel und Handwerk betreibt. Allerdings nimmt die Zahl der Touristen immer weiter zu, was natürlich den Nachteil mit sich bringt, dass die Strände immer überfüllter werden. Doch in der näheren Umgebung findet man bei Bedarf in jedem Fall auch ruhigere Plätzchen. Alles in allem ist Fethiye ein schöner Urlaubsort mit traumhafter Umgebung und vielen Freizeitmöglichkeiten.

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